Mutter werden ist nicht schwer…

…Mutter sein dagegen sehr. Man kann beliebige Personen in dieses Sprichwort stecken und es entspricht trotzdem immer der Wahrheit.

Der heutige Anlass meines Blogbeitrages ist trauriger Natur, aber nichts desto trotz, möchte ich euch daran teilhaben lassen. Es ist die Geschichte von Burschi und Junior – die Söhne meines Erpels.

Mein Erpel war lange Zeit mit seiner Ex zusammen und sie haben zwei gemeinsame Kinder. Das dritte Kind, welches sie mitbrachte, hat sehr früh erkannt, dass es sehr klug ist, sich von der eigenen Mutter fern zu halten, wenn man nicht kaputt gehen möchte. Sie hat ihr Leben im Griff und weiß wo sie hin will.

Die beiden Jungs waren und sind leider nicht so schlau und mein Erpel hat laaaange Zeit die Augen und Ohren vor dem verschlossen, was seine Noch-Frau mit den Kindern tat und tut. Psychische Misshandlung trifft es wohl ganz gut.

Ich habe die Kids von Anfang an ins Herz geschlossen. Nach der Trennung zog mein Junior zu seinem Dad, so dass ich ihn als erstes kennenlernen durfte. Ein kleiner Rebell mit einem butterweichen Herzen eroberte mich im Sturm. Schnell vertraute er mir an, dass seine Mutter ihn das letzte Mal in den Arm genommen hatte, als er neun war – mittlerweile war er 16. Überhaupt ließen die Erzählungen des Jungen und Freunden der Familie kein wirklich positives Bild dieser einstigen Familie zu.

Ich gab dem Junior also das, was er meiner Meinung nach immer gebraucht hatte – Liebe. Aber ich führte auch Regeln und Konsequenzen ein, Dinge, die diese Kinder niemals kennen gelernt hatten. So langsam dämmerte auch dem Erpel, was eigentlich alles schief gelaufen war und Schuldgefühle im Übermaß nahmen ihn ein. Aber er begriff auch, dass die Fehler der Vergangenheit nicht wieder gut zu machen sind, man aber die Zukunft der Kinder zumindest noch beeinflussen kann.

Mein Junior kam mit dem Wechsel zu der Familie, die er immer wollte und seiner beschissenen Vergangenheit leider nicht zurecht – er brach aus. Eine Wohngruppe sollte nun richten, was Jahre vorher versäumt worden war, doch einen 16-jährigen beeinflusst man nicht mehr. Neben etlichen Strafdelikten kam, was kommen musste – die Mutter trat auf den Plan. Sie liebe ihr Kind und wenn er will, darf er nach Hause zurück (vorher war er der Grund, weshalb die Trennung vollzogen wurde, denn sie wollte ihn in ein Heim geben. Aber Kindergeld und Unterhalt fehlten natürlich – wenn man nicht arbeiten gehen will, ist das Geld nun einmal recht knapp bemessen)

Das war für meinen Junior natürlich Musik in seinen Ohren – man tausche ein Leben mit Regeln und Konsequenzen – ja die gab es auch da in der Wohngrupe – gegen Freiheit, eine Mutter der das eigene Schicksal egal ist und die sich nicht durchsetzen kann. Junior zog also zur Mutter zurück. Natürlich hätte man auf gerichtlichem Wege das ganze unterbinden können, aber wir wollten ihm glauben, dass er seine Schule endlich beendet und sich eine Zukunft aufbaut.

Naja, das Thema Schule hatte sich innerhalb weniger Wochen erledigt, aber der Alkohol wurde sein bester Freund. Die Mutter tat und tut nichts. Während die Zähne langsam in seinem Mund verfaulen und Bleistifte seine Ohren ziehren,sagt Mutter nur: Er will eh nur einen Platz zum schlafen und was zu essen und sonst seine Freiheiten.

Dann ist da noch Burschi…gerade erst 13 geworden und ein ganz anderer Schlag als sein Bruder. Es hat eine Weile gedauert, bis er mir vertraute – aber ich habe ihm die Zeit gegeben. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der Zärtlichkeiten und Knuddeleinheiten von Anfang an einforderte, war mein Burschi sehr zurückhaltend. Das erste mal taute er auf, als er das dritte Mal bei mir zu Besuch war und es wieder an die Abreise ging. Das Auto verlor Wasser und mein Burschi sprang freudestrahlend aus dem Auto – bis zu dem Moment, wo es hieß, dass es nur Kondenswasser der Klimaanlage war. Ich habe selten ein Kind so in sich zusammen fallen sehen. Da wollte er das erste Mal umarmt werden. Immer häufiger kam ein freudestrahlender Burschi bei mir an und ein unglükliches Kind fuhr wieder weg.

Nach meinem Umzug ins Auenland war ich natürlich für die “Familie” sehr viel präsenter. Nach anfänglichen Streitereien mit der Kindesmutter, überwand diese jedoch ihren Schweinehund und es gab ein klärendes Gespräch. Ihre größte Sorge schon damals war, dass Burschi sich dazu entscheiden könnte zu uns zu wollen, denn hier hätte er all das, was er vermisst – eine Familie, Wärme, Geborgenheit, vernünftiges Essen. Sie selber kann ja nicht arbeiten gehen, ihre Gesundheit lässt das nicht zu. Das bestätigen auch all die Ärzte. Sie wechselt sie häufiger – meist dann, wenn ein Arzt mehrfach nichts findet oder seine Diagnose vielleicht nicht dramatisch genug ist. Eingeräumt sei, dass es um ihr Augenlicht tatsächlich nicht so gut steht.

Wie auch immer – die Monate gingen ins Land und das Theater fing wieder an. Jedes zweite Wochenende – denn Burschi möchte nicht zu uns. Burschi jedoch sagt, dass das so nicht stimmt, er ist sehr gerne hier – nur kommt seine Mutter immer zu unmöglichen Zeiten – wenn er nämlich seinem Lieblingshobby nachgeht – vor dem PC oder der Konsole sitzen. Sie bemängelt, dass Burschi nach sienen Aufenthalten bei uns nicht mehr ansprechbar sei – er knalle Türen und überhaupt – das ginge so nicht. Sie zwingt ihn nicht dazu, zu uns zu kommen.

Die ehrenwerte Frau Mama nimmt natürlich solche Aussagen für extrem bare Münze – kommt ihr ja sehr gelegen, sofern ihr zwischen den wechselnden Partnerschaften einfällt, dass sie ja noch Kinder hat. Ihre neueste Errungenschaft hat auch nach zwei Wochen wieder Reisaus genommen – ein Umstand, der Madame nun extrem in die Knie zwang. Es schickt sich in dem Zusammenhang natürlich, das an sich schon sehr faule Hinterteil noch mehr hängen zu lassen. Gestank der alltäglich aus der Wohnung dringt, gegessen wurde auch nichts mehr – also ein ideales Leben, welches man den Kindern als Vorbildwirkung vorlebt.
Sie hat dann am Wochenende geschnallt – mein Burschi war sowieso hier – dass es Burschi nicht gut bei ihr geht – sie möchte, dass er bei uns lebt. Sie kann sich nicht um ihn kümmern und weiß auch nicht, ob sie ihn jemals wieder abholt. Weiterhin überträgt sie dem Erpel das Sorgerecht im Rahmen der Scheidung. (hab das auch alles schriftlich – sie ist ja schlau)

Hmm – ok. Nachdem sie am nächsten Tag auch den Burschi davon in Kenntnis setzte – wobei sich ihr Wortlaut ihm gegenüber meiner Kenntnis entzieht – und Sachen hier ablieferte (die auch alle erst mal gewaschen werden mussten, weil der Geruch einer Mischung aus Käsefüßen und Mief gleich kam), überlegten wir, wie wir hier im Auenland erst einmal provisorisch auf engem Raum leben könnten, bis sich eine neue Wohnmöglichkeit ergeben würde. (Ist mit Hund leider nicht so einfach). Die erste Anschaffung im kleinen Auenland erfolgte noch am selben Tag – ein Etagenbett für die Minimaus und den Burschi. Verkaufsoffene Sonntage haben auch was für sich. So wäre im Kinderzimmer, was sich die Kinder mit Einverständnis beider erst einmal teilen müssten, wenigstens etwas Platz. An den Wochenenden tat es auch ein Gästebet – eine dauerhafte Lösung für den längerfristigen Aufenthalt von Burschi war es natürlich nicht. Das Büro wurde zum “Arbeitsplatz” für Burschi umfunktioniert.

Am Montag dann die Nachricht – sie vermisst ihn, sie holt ihn wieder – aber nicht gleich, sondern erst Samstag. Also haben wir das Jugendamt eingeschaltet, denn dieses Hin und Her muss ein Ende haben. Die Bestimmung des Jugendamtes war, nachdem sie die Geschichte von Burschi durch den Erpel erfuhren glasklar: Der Junge bleibt bei uns bis zu einem Gesprächstermin und dann sieht man weiter. Da auch Burschi unter anderem wenige Tage vorher schriftlich in kindgerechter Art ausgedrückt hat hierbleiben zu wollen, und auch am Tag vorher eingeräumt hat, dass ein Abstand sehr gut wäre, seine Mutter schon immer so weit unten sei und er auch nichts anderes kenne, sahen wir ihrer Ankunft zwar besorgt entgegen, aber wir harrten der Dinge die uns erwarteten.

Sie nahm Burschi mit zu einer Anmeldung für den Konfirmandenunterricht und lieferte ihn zwei Stunden später mit den Worten – er will mit nach Hause – wieder ab. Das Erpelchen war arbeiten, ich habe nun gar keine Handhabe – was also tun?! Ich habe sie gebeten zu warten, sie darüber in Kenntnis gesetzt dass der Erpel auf dem Heimweg sei (den hab ich nämlich angerufen) und er ihr erklären würde, warum sie Burschi nicht mitnehmen könne.

Diese Person ist bauernschlau und sie witterte den Braten, so dass sie gepflegt in einen lauten Tonfall verfiel, der noch jammernder klingt als ihr “normales” Gewinsel, dass sie sich einen Scheißdreck dafür interessiere, was ich ihr sage. Im ruhigen Ton habe ich ihr erklärt, dass niemand mehr eine Entscheidungsgewalt hätte, denn das Jugendamt hätte nun die Entscheidung übernommen und bis zu einem Gesprächstermin solle Burschi erst einmal zur Ruhe kommen – bei uns.

Na da hatte ich ja was gesagt – Leute, sie ging ab wie eine Rakete, schnappte sich Junior und Burschi und verschwand. Das Erpelchen kam kurze Zeit später und verschwand auch – nämlich zu ihr um den Burschi wieder zurück zu holen. Die Situation war kurz davor zu eskalieren – und mein Erpelchen fuhr zur Polizei. Da jedoch noch kein schriftliches Gerichtsurteil über den Verbleib von Burschi vorliegt, haben diese dort keine Handhabe.

Jeder, einschließlich ihrer eigenen Kinder, die Burschi hier erleben sagen – dieses Kind kennen sie nicht. So war er noch nie. Er lacht, er spielt, er tobt durch den Garten, will kuscheln und schmusen, hilft beim Kochen usw. Alle, die Burschi von klein auf kennen, sehen ihn in seinem Zimmer vor der Konsole oder dem TV hocken. Hier redet er manchmal ununterbrochen – dort schweigt er.

Ich möchte diese Frau nicht schlecht machen, aber ich sehe deutlich, dass sie nicht in der Lage ist, sich um die Kinder zu kümmern. Ein Kind ist bereits an ihr, ihrem lieblosen Verhalten und ihrem Egoismus zerbrochen. Dem zweiten Kind würden wir das gerne ersparen. Es ist schon bedenklich in meinen Augen, wenn ein Kind sich auf Saufpartys mit dem Bruder freut, wenn ein damals noch zwölfjähriger Junge der Schule fern bleibt, weil es doch viel cooler ist, wie Mutter und Bruder den ganzen Tag zu Hause zu sein und dort nichts zu tun. Es ist ebenfalls besorgniserregend wenn ein Kind sagt – ich weiß dass meine Sachen stinken, aber ich rieche es schon nicht mehr…

Dies nur ein kleiner Einblick – diese Litanei ließe sich endlos fortsetzen…

Fakt ist, wir werden versuchen wenigstens ein Kind zu “retten” und ihm eine normale Kindheit zu ermöglichen – gelingt uns das nicht, werden wir auch daraus Konsequenzen ziehen.

Ich halte euch auf dem Laufenden…

Ich mal wieder

Jaaaaaaa, ich lebe voll im Reallife und hab für virtuelle Aktivitäten kaum noch Zeit. Das Leben verläuft mal mehr und mal weniger turbulent und die Zeit rast nur so dahin. Dürftet ihr ja alle sicherlich kennen :)

Tja, was gibt’s Neues?! Neuer Job ist immer noch nicht so meins. Ich mag es nicht, wenn Kollegen versuchen sich gegenseitig fertig zu machen und klein zu halten – schade dass diese Verhaltensweisen dort sehr ausgeprägt sind. Zudem wird ein sehr hoher Druck aufgebaut – der völlig deplatziert ist, meiner Meinung nach. Es kommt immer darauf an, wie man etwas verpackt. Ein – “DU MUSST, UND SO GEHT DAS NICHT!” ist in meine Augen ein völlig falscher Motivationsansatz. Ebenso dezente Hinweise darüber, was passiert wenn nicht. Ich bin, gerade bei solchen Aussagen, sofort auf dem Tripp – dann ist das eben so, stört mich nicht, geht immer irgendwie weiter! Über ungelegte Eier mach ich mir, zumindest diesbezüglich, keine Gedanken mehr. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich nicht mehr Vollzeit arbeite und mich dort sowieso nur als peripheres aber nicht ausschlaggebendes Licht sehe, ich also quasi außen vor bin.

Privat ist soweit alles im Rahmen. Höhen und Tiefen sowie Rückschläge gibt es immer wieder, ebenso Punkte, an denen man alles oder vieles in Frage stellt. Aber wir können reden, wissen, was wir aneinander haben und das macht uns zu sehr reichen Menschen.

Es ist an der Zeit

…dass ich mich mal wieder zu Wort melde. Lange nichts gebloggt, auch in der Twitter-TL mach ich mich derzeit eher rar…warum? Hmm, gute Frage. Vielleicht könnte man einfach sagen, mir ist nicht danach. Aber jetzt, just im Augenblick ist mir danach und das hat auch einen Grund.

Nur weil ich nicht aktiv im Twitter unterwegs bin verfolge ich dennoch die TL und das muntere Geschehen darin und bekomme natürlich auch das eine oder andere mit. Genau aus diesem Grund möchte ich mich zu Wort melden. Ob meine Meinung was zählt interessiert mich nicht, ob ich wegen dieses Beitrages einige Follower weniger habe interessiert mich ebenso wenig. Die Menschen, die mir etwas bedeuten und denen ich etwas bedeute werden mich nicht wegen meiner Meinung verurteilen.

Doch worum geht es? Es geht um liebe Menschen, die versuchen Dinge zu bewegen, anderen Menschen, denen es noch schlechter geht, zu helfen mit den Möglichkeiten die sie haben, und die dafür zerrissen und verurteilt werden.

Der liebe Ulf, den ich schon beim PORTER-Konzert kennenlernen durfte, ist ein sehr selbstloser Mensch. Selbst vom Schicksal gebeutelt macht er sich dennoch stark um einem kleinen Mädchen die lebensnotwendige Operation zu ermöglichen. Dieses kleine Mädchen namens Aurela ist schwer krank. Ulf hat ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen um Spendengelder zu sammeln und somit aktiv dazu beizutragen, dass Aurela eine Chance hat, in dieser oft sehr grausamen Welt zu leben, die dennoch so viele wundervolle Dinge und Sachen hervorbringt, dass es den Rahmen dieses Blogs sprengen würde, die aber auch im Kleinen sichtbar werden – an Menschen wie Ulf.

Weitere mutige, hilfsbereite und über den Tellerrand hinaus denkende Menschen haben sich gefunden, die Ulf bei seiner Arbeit unterstützen. Da wäre zum einen Markus – Drummer von PORTER – der die selbstverständlich auch weiterhin kostenlos zu beziehende CD “Damocles” nun auch zusätzlich zu einem Entgelt von 5 Euro anbietet, die komplett dem Hilfsprojekt für Aurela zu Gute kommen. (beziehen kann man sie unter anderem hier )

Der @westsideblogger spendet die Erlöse seines Buches “50 kurze Tode” erhältlich als e-book hier ebenfalls zur Rettung Aurelas.

Fakt ist, ich finde es großartig dass in dieser Welt, in der mehr als nur ein bisschen verdammt schief läuft immer noch Menschen leben, die an das Gute glauben, die einander und anderen helfen obwohl sie sich nicht kennen, die durch solche und andere Aktionen zeigen, dass es wichtig und richtig ist füreinander einzustehen und einander zu helfen – und HELFEN gibt immer ein GUTES GEFÜHL!!!

Umso trauriger ist es, dass es immer noch Menschen gibt, die Markus und Marcus und Ulf und all die anderen Helfer für ihr Tun verurteilen, deren Herz scheinbar schon so von Missgunst und Argwohn zerfressen wurde, dass keine positiven Gedanken mehr möglich sind und die es wagen über Menschen zu urteilen, die sie nicht mal kennen.

Bevor IHR urteilt fragt euch, welche Schritte ihr einleiten würdet, wenn es jemanden betrifft der EUCH etwas bedeutet – und dann denkt darüber nach wie HOCH die Achtung vor all denen sein sollte, die sich für Menschen einsetzen, die sie NICHT kennen. Daran erkennt man wahre Größe!!!

Hmpf…

Geduld ist nicht meine Stärke, oder besser gesagt nicht mehr. Früher habe ich ne Menge davon besessen, sogar zuviel und heute? Ich beneide so ein bisschen die Menschen, die das Leben locker und gelassen angehen.

Mich hat das Leben mit einer harten Hand gelehrt, das Geduld ausgenutzt wird, dass Geduld nicht gut tut und dass das Bauchgefühl am Ende doch Recht behält und die Geduld und Nerven völlig umsonst verschwendet wurden.

Vielleicht hat jeder Mensch ein gewisses Geduldkontingent im Leben. Manch einer ist in der Lage die ihm zur Verfügung stehende Geduld einzuteilen und kann abschätzen, wann es sinnvoll ist sie zu benutzen und wann nicht. Dann hab ich meines scheinbar verbraucht, denn ich bin von einem super geduldigen Menschen zu einem superungeduldigen Menschen mutiert.

Fühl ich mich wohl damit? Nein. Ungeduld ist zwar in gewisser Hinsicht ein Motivator, treibt an, aber sie macht auch unzufrieden wenn die Dinge nicht gleich sofort so laufen, wie sie laufen sollten. Unzufriedenheit frustriert, also teibt man noch stärker an und gerät so in einen Strudel, der eigentlich nur im Chaos enden kann.

Eigentlich heißt es ja, dass man mit zunehmenden Jahren immer geduldiger und gelassener wird – merk ich nichts von. Vielleicht erleb ich auch gerade den Höhepunkt meiner Ungeduld und muss nur noch ein bisschen durchhalten, damit sich das Ganze abschwächt.

Aber Ungeduld und die damit einhergehende Unzufriedenheit meinerseits tut noch mehr – sie schlaucht. Ich habe den Dreh (noch) nicht herausgefunden wie man diesen Kreislauf durchbricht. Es spielt sehr viel mehr mit rein in dieses Paket des Nicht-so-Wohlfühlens, Dinge, die hier nicht hergehören. Vielleicht wäre es mal wieder angebracht, progressive Muskelentspannung oder autogenes Training zu betreiben…

Von Mücken und pinken Elefanten

Wie einige von euch schon mitbekommen haben, hatte ich erneut das Vergnügen Bekanntschaft mit einem possierlichen Insekt in meiner neuen Wahlheimat zu machen. Problem nur, wir sprechen unterschiedliche Sprachen und so meint mein Körper hier, an besagten Einstichstellen gleich auf das doppelte anschwellen zu müssen, mindestens.

Mein letzter Stich liegt schon ne Weile zurück, betroffen war mein rechter Arm und nach etwa drei Wochen ging die Beule in Jumboausführung dann auch mal weg und der Schmerz ging mit.

Nun ja, nun habe ich vorgestern wieder irgendein Viech, vllt. zwei Millimeter groß, neben meiner Ferse entfernt. Zurück blieb ein kleines aber wunderbar sichtbares Loch, gepaart mit Brennen und Jucken. Goil, dachte ich…NOT.

Bereits am selben Tag fing dieser kleine Stich an, so langsam anzuschwellen. Sichtbar, aber erträglich. Habs auch gleich eingeschmiert mit Fenistil und nicht weiter dran gedacht. Gestern Morgen war die kleine Beule schon etwas größer und schwoll trotz Kühlen mit Eiswürfeln, Fenestilgel und Zwiebel (man probiert ja schließlich alles aus, was das Netz so hergibt) weiter an. Ich weiß zum Beispiel, dass ich nen Fußknöchel habe, nur die Lagebeschreibung..hmm…unter der Beule irgendwo. Dazu kam, dass ich im Laufe des Tages den Fuß immer weniger bis gar nicht mehr belasten konnte, weil es einfach nur weh tut.

Ich habe im Laufe des Nachmittags einige Pläne geschmiedet:

1. aufstechen – scheiterte an steriler Flexüle
2. aufschneiden – scheiterte weil ich vermutete, dass dieser Heilungsprozess wohl etwas länger dauern würde und vielleicht auch mit Schmerzen verbunden ist
3. Ausbrennen – Reibung erzeugt aber nicht ausreichend Wärme und die Sache mit dem Feuerzeug war mir dann doch zu heiß

Als mein Liebster dann heute Abend nach Hause kam und das unförmige Etwas Namens Fuß in Augenschein nahm, war er nicht so ganz glücklich. Schien wohl doch besorgt zu sein. Also fassten wir um kurz vor 12 den Entschluss – wir fahren mal ins Krankenhaus.

Joah…nach gefühlten 30 Minuten hatte der gute Mann an der Rezeption dann endlich meine Daten aufgenommen (zwei-Finger-Suchsystem gibts noch) und schickte uns irgendwelche Gänge lang. Zimmer 5.

Der Doc kam, guckt (ich hatte meinen Fuß schon sehr präsent platziert) und fragt, was ich habe…in seeeehr gebrochenem Deutsch. Ich also hilfsbereit und auskunftsfreudig wie ich ja bin, die Story erzählt und er sagt: “Wir röntgen, machen Bild, dann wir machen eine Schiene, vllt. Sie bleiben hier oder wollen nach Hause? Sie entscheiden!”

Ich: Kopfkino: ratter, ratter, grübel..RÖNTGEN?…Insektenstich? Hat er mich nicht verstanden? “Ich geh nach Hause!”

Er: “Ok, dann ohne Bild, Schiene, Antibiotika und Thrombosespritzen und morgen Hausarzt!”

In meinem Kopf manifestierte sich immer mehr das Bild einer Irrenanstalt in die ich geraten war und als er dan auch noch anfing auf meinem Fuß herumzumalen, dachte ich, im nächsten Moment kommt das OP-Team und nimmt sich meiner an…

Der Liebste drehte sich schon weg, vermutlich sprach mein Gesicht Bände und ich schwankte zwischen…DIE SIND DOCH BEKLOPPT bis hin zu GLEICH KRIEG ICH NEN LACHFLASH.

Der Arzt ging um ne Schwester zu holen, kam mit Antibiotika und Schmerzmittel wieder und verschwand. Die Schwester kam auch recht fix und ich humpelte an meinen Krücken hinter ihr her. Sie sprach perfekt deutsch.

Auch sie inspizierte meinen Klumphaxen sehr interessiert und schickte sich an meinen Fuß für die Gipsschiene vorzubereiten. Fand sie also auch voll normal…hmm…Halbgötter in weiß und so, die wissen schon was sie tun, waren daraufhin meine Gedanken. Auch von ihr bekam ich nochmal Antibiotika. (man kriegt das da immer in Viererblöcken scheinbar)

Erst bekam ich einen Kühlverband – Octenisept, Kompressen, Binde. Da dachte ich mir schon: Ey bin ich bekloppt? Das Zeug hab ich auch zu Hause. Dann flitze sie los um noch ne Schwester zu holen, so eine Gipsschiene bringt man besser zu zweit an. Während ich da also auf der Pritsche saß und wartete musste sich der Liebste schon arg zusammen reißen, dass er nicht vor lachen über den Boden kugelt. Ich fühlte mich echt wie im falschen Film…bei nem Mückenstich nen Gips, hab ich noch nie erlebt.

Schwester Nummer 2 kam, schmiss die Gipsschiene in einen Bottich mit heißem Wasser und verschwand mit den Worten: “Das dauert jetzt ein bisschen.” Ja, schon klar. Ich sah eine Schwangere über den Flur tippeln und fragte mich, was sie wohl mit der machen würden. Wenn ich schon bei nem Stich nen Gips bekomm, was bekommt dann eine, die nen Kind kriegt?

Als ich dann neben mir die Fingerklemmen sah, wars vorbei.

Auch das folgende Bild ließ mich immer mehr Zweifeln…

Nur flüchten konnte ich nicht mehr, denn das Schwestern-Duo kam herbei um mir meinen Gips zu verpassen. Und nun…da isser..pretty in pink…so macht man aus einer Mücke nen Elefanten…wissta Bescheid.

Mein Krankenpfleger des Vertrauens – der ehrenwerte @worldofcrooks hat mir im Nachhinein versichert, dass das so völlig ok ist, wie die das da gemacht haben, eben weil der Fuß so angeschwollen ist und es deshalb ruhig gestellt werden muss.

Ich hab lediglich mit ner Kortisonspritze und nem Kühlverband gerechnet…

Tag X…

…war gestern, also am 31.08.2012. Nach wochenlangem Hibbeln, Tage runterzählen und kurzzeitigem Bangen, ob denn überhaupt gefahren werden kann, ging es gestern halb fünf dann los in Richtung Witten zum Porterkonzert.

Unterwegs fiel mir ein, dass wir gar nicht wussten, wie wir den Markus (Schlagzeuger der Band Porter) eigentlich erkennen sollten…also mal kurz via Twitter Erkennungszeichen ausgetauscht. Ich beschrieb ihm also meine Haarfarbe, weil die ja wirklich extrem auffällig ist und bekam die Info: langer Bart und Nachthemd zurück…

Okay…irgendwann während der Fahrt fragte ich mich dann, ob sich @derherrgott aka Markus von mir verarscht fühlte und mir deshalb diese Antwort zurück gab…aber nunja, das würde sich rausstellen.

Als wir dann, mit einem Zwischenstopp beim Döner, weil ich extremst am Verhungern war, so kurz vor sieben beim Haus Witten eintrudelten, wurden wir ja von Menschenmassen erschlagen…also hätten wir erschlagen werden können, wenn die nicht alle auf dem Zwiebelfest und vllt. auch auf dem Rathausplatz gewesen wären, wo es ein kostenloses Konzert gab.

Aber wir wurden schon erwartet. Meine Haarfarbenbeschreibung hatte es bis zum Einlass geschafft und wir wurden, nachdem wir nen schönen Stempel verpasst gekriegt hatten, durchgewunken.

So, dann standen wir also auf diesem kleinen und überschaubaren Innenhof, an dessen Ende sich eine Bühne befand und suchten jemanden mit Rauschebart und Nachthemd. Sprang natürlich da nicht rum, also erst mal Leute angucken und rätseln, wer denn nun Markus ist. Es guckte niemand interessiert, also setzen wir uns erst mal unter einen Schirm und warteten…

Irgendwann kam jemand, der sich durch die Haare wuschelte und uns dabei musterte…Hach ja…Freude war auf allen Seiten riesig groß, der Markus war da. Ganz ehrlich? Harry Porter trifft es wie die Faust aufs Auge ^^ Allerdings müsst ihr da meinen Worten Glauben schenken, denn er hat sich auf jedem Bild verkrümelt…aber es gibt ihn, den Herrn Gott der aussieht wie Harry Porter…wahrhaftig :mrgreen:

Wir lernten auch gleich den Sänger der Band – Christian kennen, den ich ohne große Worte dann davon überzeugen konnte, sich doch am Montag endlich ein Smartphone zuzulegen, damit er auch twittern kann (was er auch VERSPROCHEN hat zu tun) *gnihihihi*.
Auch noch einen weiteren Twitterer, den @Ulf_der_Freak durften wir kennen lernen. Ulf ist total schräg, total abgefahren, total lustig und dreht einen Film über die Band Porter und das Album Wolkenstein.

Wir haben von Anfang an alle viel zu erzählen gehabt, viel gequatscht, kreuz und quer, jeder mit jedem, aneinander vorbei mit Person drei und vier und so weiter, so dass es auch nicht wirklich auffiel wenn jemand von der Band verschwand, er wurde ja quasi sofort ersetzt durch weitere Neuankömmlinge, bestehend aus Familienmitgliedern oder Partnern einzelner Bandmitglieder.

So, dann gings los…die erste Band. Name? Keine Ahnung, hab ich vergessen. Musik? Konnte man das so nennen? Es ist ehrlich nichts hängen geblieben, die haben mich so gar nicht überzeugt.

Dann kam Band 2 – Name: Hartlieb. Echt schnuckelige Jungs, die haben die Messlatte um einige Etagen nach oben gehoben. Sie singen deutschen Rock…CD musste ich kaufen, hat mir echt gefallen. Während Hartlieb die Bühne rockte, leistete mir Markus Gesellschaft. Ich wollte wissen ob er nervös ist, so kurz vor seinem Auftritt – Antwort: Nein. Ist er schon lange nicht mehr.

Und dann…endlich…so gegen 21:00 Uhr kamen PORTER. Es wurde voller draußen, keiner saß mehr, alles sammelte sich irgendwie vor der Bühne, der Regen hörte dann doch mal auf und ich sach euch, die Jungs haben Stimmung gemacht, obwohl sowohl der eigentliche Bassist nicht anwesend war, weil er leider aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte. Auch als die Technik dem Gitarristen einige Streiche spielte kamen die Jungs nicht aus der Ruhe, rissen einige lockere Sprüche, und machten einfach irgendwie weiter. Es wurde eben improvisiert und man hat es nicht gemerkt.

Zu hören bekamen wir neben einigen altbekannten Stücken der bisherigen “Alben” auch Neues vom noch nicht erschienenen Album…hehe…und ich weiß schon wie es klingt und ihr man nicht :P
Fakt ist, wenn das neue Album so wird wie die Songs, die wir gehört haben, dann macht das mächtige Badabummpengknallscheppereinschlaggeräusche. :-D

Hier mal die Playlist der Stücke, die Porter uns gestern präsentiert hat:

Single sided truth
Maybe united
A Little Wave
Ordinary
Requiem
Black neutral symphony
Wolkenstein
Do you expect
Something to cry for
Starliner
Minimal life

uuuuuund

Toxic

Punkt 21:58 Uhr waren die letzten Töne verklungen – Witten hat sich etwas spießig mit lauter Musik nach 22:00 Uhr und dann wollen die da mächtig Kohle für haben, die ja keiner hat. Wir haben anschließend noch mit Lars – einem der beiden Gitarristen, der auch ner Mandoline ganz liebliche Töne entlocken kann – gesprochen. Lars ist laut seiner Frau derjenige, der sich am Meisten auf der Bühne bewegt…hmm…ich fand auch, das Christian sehr aktiv war, aber keiner wippt soviel mit dem Fuß wie Lars *grins*

Zwischendurch wurden wir auch nochmal von Ulf interviewt – man kann ja immer viel Material gebrauchen für so ne DVD :-D

Die DVD wird wohl pünktlich zum Erscheinen des neuen Albums “Wolkenstein” fertig werden. Immerhin dokumentiert sie die Entstehung desselbigen und ein vorheriges Erscheinen wäre ja doof.

Doch wie sind die Jungs von Porter nun eigentlich “in echt”?
Hier mal ein kleiner persönlicher Eindruck

Markus: Er ist die wandelnde Trommel der Band und er ist nicht nur auf dem Schlagzeug gigantisch sondern auch sonst ein sehr aufgeschlossener und strahlender Mensch. Grinsen kann er bis über beide Ohren und er ist größer als ich…wir waren nur Dank meiner Absatzschuhe auf Augenhöhe :-D

Christian: Er ist die Stimme der Band. Auch er hinterließ bei mir einen sehr sympathischen Eindruck, hopst wie ein kleiner Flummi (und ich meine klein nicht so wörtlich, weil ich glaube auch er ist größer als ich) über die Bühne und schafft es, die Leute mitzureißen. Ich fand ihn etwas schüchtern, aber davon merkt man auf der Bühne nichts. Er freut sich übrigens riesig, wenn am Ende eines Konzertes seine Stimme noch da ist und das tut was er will :-D

Lars: Lars ist einer der Gitarristen, wie weiter oben schon beschrieben. Auch mit ihm haben wir uns nach Konzertende angeregt unterhalten. Auch Lars ist größer als ich. (ist das jetzt ein Kunststück oder bin ich wirklich nur untergroß?) Seine Frau hat uns mit ein paar Hintergrundinfos versorgt. Gitarre und E-Gitarre hat er sich selbst beigebracht – fantastisch übrigens – jezt übt er gerade wieder Klavier im Selbststudium und die Mandoline ergab sich nebenbei durch eines der Kinder, welches unbedingt ebenfalls Gitarre lernen wollte und sie eine Mini”gitarre” brauchten. Es wurde die Mandoline :-D Wenn Frank auf der Bühne anfängt mit dem Fuß im Takt mitzuwippen dann weiß man, dass er wie im Rausch ist…und er wippt viel :-D

Frank: Ja…mit Frank haben wir gar nicht gesprochen…holen wir nach :-D Aber eines kann ich euch verraten – na? Er ist größer als ich…

Volker: auch das wird nachgeholt, er ist ja leider nicht da gewesen. An dieser Stelle aber gute Besserung und komm bald wieder auf die Beine :-D

Fakt ist, Porter sind total symphatisch und aufgeschlossen. Sie lieben das was sie tun und sie tun es mit Herzblut, Leidenschaft und Hingabe. Das merkt man mit jedem einzelnen Ton!

Einen kleinen Wehmutstropfen gab es allerdings…derdiedas @KONSONAUT war leider verhindert und konnte nicht mit dabei sein, aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal, dass wir auch ersiees kennenlernen können – und ein nächstes Mal wird es geben, gaaaaanz sicher.

Madi im Musikrausch

Madi mag Musik, so richtig doll und überhaupt und freut sich immer, wenn sie wieder in den Genuss von besonderer Musik kommen kann *hachz*

Ich habe euch ja hier schon mal von PORTER erzählt, dieser ultimativen Rockband die da jetzt an ihrem neuen Album arbeitet…also wenn die Sommerpause rum ist.

Der werte @derherrgott ist ja ein Teil dieser Band und hat vor kurzem auf Twitter ein kleines “Gewinnspiel” veranstaltet. Wer als erstes bekannt geben konnte, wie er sich zur Bettruhe verabschiedet, konnte eine CD gewinnen. Haha…Madi war die schnellste und heute kam das heiß erwartete Stück an.

Die CD heißt Damocles und beinhaltet sieben echt geile Stücke, von denen eines irgendwie besser ist als das andere. Das Album läuft jetzt hier hoch und runter und ich bin sowas von begeistert <3 <3 <3 <3 Ich kann es kaum erwarten die Jungs endlich live auf der Bühne rocken zu sehen.

Das Album selbst ist laut Markus eines der ruhigeren Sorte. Es erinnert mich vom Stil ein bisschen an das Album "Das weiße Lied" von Letzte Instanz, rockige Klänge und doch ruhig, leicht melancholisch angehaucht.

Ich sitze jetzt hier, lausche der Musik und schwanke zwischen tiefem Sehnsuchtsschmerz nach was auch immer, Pipi in den Augen und dem megaheftigen Wunsch nach: GIB MIR MEHR DAVON!!!

Ich freu mich schon jetzt wahnsinnig auf das neue Album.

So, und jetzt entschuldigt mich…ich muss weiter genießen :-*