Selbsterkenntnis

Ich hab ja schon einiges erlebt im ersten Viertel meines Lebens…manches war schön, anderes mal wieder nicht – wie das eben so ist im Leben. Manche Dinge jedoch ändern sich nie wie mir scheint…und dazu gehört mein „Helfersyndrom“.

Ich neige dazu Menschen zu finden, die gerade irgendwelche Probleme mit sich rumschleppen und bin dann natürlich erst mal gern diejenige, die sich die Probleme anhört, wenns gewünscht ist auch ne Meinung dazu abgibt und der Dinge harrt die dann kommen. Leider wird meine Gutmütigkeit diesbezüglich auch gern mal ausgenutzt. Es kommt dann nicht mehr an bei den Menschen wenn ich sage – ich kann und will mir Deine Probleme nicht mehr anhören, weil Du nicht bereit bist was zu ändern. Ich habe dann oft das Gefühl, einfach überrannt und ausgesaugt zu werden – irgendwie werd ich dann vom „Ersthelfer“ zum Opfer. In der Vergangenheit blieb mir dann auch nichts anderes übrig als diesbezüglich knallhart zu reagieren und mich von diesen Menschen zu distanzieren. Ich habe nämlich keine Lust mich kaputt machen zu lassen.

Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmackt. Dieser ist allerdings nicht bei den Personen zu suchen die ich aus meinem Leben gekickt habe sondern eher bei mir. Irgendwie gehe ich davon aus, dass wenn man um Hilfe bittet dann tut man das, weil man etwas ändern will in seinem Leben und sich diesbezüglich Ideen oder Tipps einholt – oder einfach nur mal ne andere Sichtweise hören will. Das ist logisch und schlüssig für mich. Darum fällt es mir umso schwerer zu verstehen, dass manche Menschen zwar so tun als ob, aber in ihren geistigen Möglichkeiten dann scheinbar doch so eingeschränkt sind, dass sie nichts verstehen wollen oder können, oder dass sie sich so verbohrt haben in eine Sache, dass da überhaupt kein rankommen ist. Es gibt dann auch keine Versuche dieser Personenetwas zu ändern – nur noch mehr Gejammer und Gezeter und Verzweiflungsattacken.

Ein solches Verhalten macht mich wütend. Ich fühle mich dann benutzt und ausgenutzt, denn immerhin habe ich Zeit, guten Willen und Energie investiert um dann zu merken, dass ich mehr oder weniger ein Spielball geworden bin der nur zum Problemeabwälzen gut ist. In den Momenten dieser Erkenntnis möchte ich einfach nur noch Blut sehen. Ich bin gekränkt, verletzt und sowas von wütend, dass ich dazu neigen könnte, Dinge zu tun, die ich normalerweise nicht tue. Da jedoch mein moralisches Denken extrem stark ist, mache ich nichts sondern lebe meine Hass- und Rachetiraden in meinem Kopf aus. Das frustriert natürlich auch irgendwie, denn es ist kein Ersatz. Ich vermute allerdings das dass frustrierendste einfach die Erfahrung ist, „gescheitert“ zu sein – und das mag mein Ego nicht – aber welches Ego mag das schon?

Fakt ist, es macht mir zu schaffen. Ich kenne mich nicht als dermaßen brutal denkenden, ungeduldigen, rachsüchtigen und kompromisslosen Menschen und das macht mich unzufrieden und reizbar. Ich hoffe, dass es sich bald wieder normalisiert und ich den für mich notwendigen Abstand erreiche um zur Ruhe zu kommen. Ich arbeite daran und irgendwann werd ich auch soweit sein, solche Menschen schon gegen den Wind riechen zu können um mich dann gleich mit einem…und tschüss…wieder in meinen Sicherheitsbereich zu verabschieden.

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4 Gedanken zu “Selbsterkenntnis”

  1. vielleicht solltest du eher dir was gutes tun. NUR dir.

    denn mein motto ist: nur wenn es mir gut geht, geht es meinem umfeld auch gut.

    gesunder egoismus, so nenne ich es. lass nicht andere der mittelpunkt sein. strafe mit gleichgültigkeit. und nochmal: tu DIR gutes. bei uns gibt es ein sprichwort:

    der herrgott hat sich zuerst den bart gemacht. 😉

    1. Weißt Du…normalerweise klappt es ganz gut mit dem…ich denk an mich und mach was mir gut tut…aber es gibt Menschen die sind nicht bereit meine gesetzten Grenzen zu akzeptieren…und genau von diesen handelt der Post. Ich arbeite aber dran genau solche Menschen schon frühzeitig zu erkennen und nicht mehr die Hoffnung und Hilfe im Vordergrund stehen zu lassen sondern auf mein Bauchgefühl zu hören und mich nicht mehr drauf einzulassen…Bin auf nem guten Weg denk ich.

      Btw…mit dem Auafinger so nen Text verfassen…RESPEKT. Ich lass Dir nen Eisbottich hier stehen… 😉

  2. Ein guter Freund, eigentlich mein bester Freund hat einmal zu mir gesagt: Konsequenz ist, auch einen Holzweg zu ende zu gehen.
    Ich habe sehr lange gebraucht um diesen satz richtig zu verstehen!
    Später hat dieser Mensch zu mir gesagt: JAMMER NICHT! TU ES!
    Und ich habe aufgehört zu jammern und ich tat es.
    Jetzt habe ich neue Menschen kennen gelernt die mir sehr viel bedeuten und ich weiss das diese Menschen mir gut tun. Ergo, auch mein direktes Umfeld profitiert davon, vor allem mein Sohn der bis dahin mehr Probleme gemacht hat als einem lieb sein kann! Jetzt bist du an der Reihe diese Sätze zu verstehen! Und ich weiss das du den ersten Schritt bereits getan hast.
    Ducky

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