Da und Hier

Sooo, Urlaub is vorbei, Stress will wieder zupacken, aber dem zeig ich erst mal ganz fett den Stinkefinger…Nicht mehr mit mir. Aber von Anfang an. Wie ja alle wissen, war ich kleines, zartes, unbedarftes und herzallerliebstes Madimäuschen mehr als urlaubsreif vorm Urlaub. Ich konnts gar nicht erwarten den Flieger zu besteigen, alles hinter mir zu lassen und das zu tun, wo ich noch nicht mal mehr wusste, wie es geschrieben wird – relaxen.

Natürlich kommt erst mal alles anders, als man denkt. Ankunft in Palma war irgendwann so morgens nach acht. Ankunft im Hotel dann so kurz vor zehn und? Klar, Zimmer nicht frei. Wir sollten mal so gegen zwölf, aber besser doch gegen eins nachfragen. Netterweise durften wir unsere Koffer in einem abgeschlossenen Zimmerchen lassen und frühstücken gehen. Dort der nächste Schock und das erste Resüme..sind ja nur zehn Tage. Anschließend sind wir auf eine kurze Erkundungstour gegangen…und wären am liebsten wieder in den nächsten Flieger nach Deutschland geklettert. Wir waren in der Ecke von Cala D`or. Dort gibts keine Strände, dort gibts Buchten. Buchten ist ja ein recht dehnbarer Begriff – nur waren diese Buchten dort nicht wirklich dehnbar. Maximale Breite so um die 20 Meter. Mensch an Mensch, Blick auf einen Hotelpool, denn die Bucht war direkt davor. Äh…nee, das wollten wir nicht.

Miserabel gelaunt haben wir dann wieder Zuflucht in unserem Hotel gesucht in der Hoffnung, doch endlich in unser Zimmer zu können um dort die nächsten zehn Tage verbringen zu können. Dauerte auch nicht mehr soo lange und wir zogen in unser Domizil ein. Ein geräumiges Zimmer…2 Betten…3 Personen…nee, so ging das auch nicht. Also wieder losgeflitzt um ein drittes Bett zu organisieren. Nachdem auch das erledigt war hieß es: schlafen.

Nach dem Aufwachen gefühlte 6 Stunden später sah die Welt schon wieder viel rosiger aus. Das Buffet zum Abendessen war lecker, vielseitig und irgendwie stürmten alle dahin, weil sie wohl dachten, es gibt sonst nichts mehr. Auch wenn ich ja selber Urlauber war, aber ein solches Verhalten kann ich nicht nachvollziehen. Ich hab auch mein Geschirr – wenn ich schneller war als der Kellner – auf den Wagen gebracht und meinen Teller immer leer gegessen. Wie auch schon der Herr Kanzler treffend bemerkt hat, beladen sich die meisten ihre Teller randvoll, um dann doch nur die Hälfte zu essen. Ich war so manches Mal geneigt einfach einen dieser überfüllten Teller zu schnappen und ihn der betreffenden Person über dem Kopf zu entladen. Dafür habe ich 0 Verständnis.

Auch in unserem Hotel hieß es, was die Liegen betraf – Wer zuerst kommt, malt zuerst. Manche der Hotelgäste waren so dreist, die dortigen Sonnenschirme mit Handtüchern zu behängen, um ihr Revier somit abzustecken. Das Personal war allerdings sehr freundlich – es hat die Handtücher hängen lassen. Nur einmal hat der Bademeister eine Liege, die über drei Stunden unbenutzt war, geleert und sie jemand anderem zur Verfügung gestellt. Da sich ja unser Strandurlaub erledigt hatte, waren wir auch die meiste Zeit am Pool zu finden – auch wenn man dort natürlich ganz schnell in die Fänge der Animateure gerät 😀

Selbst ich hab mich dazu breitschlagen lassen, mal das Luftgewehr in die Hand zu nehmen und auf eine Zielscheibe zu schießen. Und was soll ich sagen, mein Ehrgeiz war gepackt. Ich habe insgesamt etwa acht Mal die Flinte in der Hand gehabt und festgestellt, dass ich für niemanden eine ernstzunehmende Bedrohung bin. Ich traf weder Zielscheibe noch um diese herum aufgehängte Luftballons. Wer mich also mal mit ner Knarre sieht – ich bin absolut ungefährlich. :mrgreen:

Irgendwann kam auch mal der Chefanimateur auf uns zu. Nach einigen weiteren Urlaubstagen degradierte ich ihn innerlich zu einem Amateur-Animateur. Ich konnte einige Gemeinsamkeiten zu einer Person in meinem Leben ziehen…grausam. Aber ich konnte auch meine bösartigen Gehässigkeiten loswerden. Das war TOLL.

Einen Tag hatten wir für Palma reserviert. Allerdings schlossen wir uns nicht den sensationsgeilen Touristen an, sondern zogen eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus vor. Auch hier habe ich etwas gelernt. Gib Deinem Kind niemals vor einer Busfahrt, die enge Straßen, hügelige Landschaften und nen rasanten Busfahrer beinhaltet, Kakao zu trinken. Sie brachte nämlich kurzerhand auf dem ersten Viertel der Strecke ihr Frühstück wieder zum Vorschein. Natürlich hielt sie es für überflüssig uns darauf aufmerksam zu machen und so durften wir dabei zusehen, wie sie ihre Hand vor den Mund hielt und ihr Mageninhalt rechts und links aus der Hand hervorschoss. Die eilends hervorgekramte Tüte hats dann auch nicht mehr wirklich gebracht. Also hieß es: Gestank aushalten, denn Zwischenstopps gab es nicht.

Der Busbahnhof in Palma ist nen riesiges unterirdisches Parkhaus. Genial. Ich war beeindruckt. Wenn auch nicht lange, musste ja mein vollgekotzes Kind aus ihren Klamotten befreien, die dann auch kurzerhand im Müll landeten. Also war die erste Amtshandlung nach einer Wäsche auf der Bahnhofstoilette – Finde ein Geschäft, welches Kinderkleidung verkauft. Ohne Ortskenntnisse, aber hochmotiviert – schon allein, weil alle recht dümmlich geguckt haben, als wir mit einem halbnackten Kind durch Palma liefen – durchstürmten wir die Stadt. Und fanden Geschäfte über Geschäfte – für Erwachsene. Ein netter Polizist gab uns dann eine Wegbeschreibung zum C & A. Nachdem wir um 40 Euro ärmer und das Kind um einige Kleidungsstücke reicher war, mussten wir erst mal auf den Schock in ein Cafe einkehren. Der Name hats uns angetan: Cappuccino. Die Preise: gewaschen, aber im Urlaub geht das ja mal. Da machts ja nichts, wenn man für nen Cappu, ne Cola und ne Fanta zehn Euro auf´n Tisch blättern muss, nicht? Hunger hatten wir dann auf einmal auch nicht mehr und sind stattdessen – nun doch typischer Touri – zur Kathedrale geflitzt, weil ja alle Welt sagt: Also die Kathedrale, die musst Du Dir unbedingt angucken. Klar, macht Madi doch.

Ich muss sagen, das Bauwerk ist wirklich beeindruckend. Rein äußerlich schon interessant anzugucken, verbirgt sich im Inneren ein wahres Schmuckstück. Die Leute haben echt nicht übertrieben, als sie so von den riesigen Buntglasfenstern geschwärmt haben. Außerdem war es da drin angenehm kühl – auch wenn wir wussten, dass das Männchen mit dem Hammer schon draußen wartet. So war es auch wirklich. Wir brauchten überhaupt nichts machen und trotzdem lief uns die Suppe in „Sturzbächen“ am Körper runter. Irgendwann, so nach vier Stunden permanentem rumflitzen und viel Sonne, hab ich meine Füße nicht mehr gemerkt, wollte nur noch zurück und literweise irgendwas Flüssiges in mich reinkippen. Aber Busse fahren ja nur drei Mal am Tag…also doch noch weiter rumflitzen und Zeit totschlagen.
Wir waren dann noch auf einem sehr bekannten Platz – Name hab ich schon wieder vergessen. Ich habs nur in Erinnerung behalten dass wir da waren, weil da so ein irrer Vampirimitator in seinem Sarg lag und ich scharf auf diese äußerst bequem aussehende Liegefläche war. *lach* *mrgreen*

Auch wenn wir mehr auf Mallorca hätten besichtigen können, so haben wir es dann auf zu Fuß bzw. mit der Bimmelbahn zu erreichende Ecken beschränkt. Die Tourangebote der Hotels sind zwar verlockend, aber nach Aussage einiger Einheimischer auch maßlos überteuert. Muss ich denn mit drei Personen für ein Erlebnisbad über 100 Euro ausgeben, wenn ich den Pool vor der Tür habe? Nö…darum hab ichs auch nicht getan. Meine Lütte war zufrieden, sie wollte sowieso nicht weg aus der Anlage, weil sie sich mit einer kleinen Holländerin angefreundet hatte. Und ich war auch zufrieden, denn ich wollte einfach mal nichts tun, und nicht den ganzen Tag von A nach B jachtern. Das mach ich hier zu Hause schon genug.

Da wir zudem echt nette Poolnachbarn hatten, sowohl von Links als auch von Rechts, war für die Bespaßung doch gesorgt. Das bunte Bändchen am Arm sind wir gelegentlich in kleinen Grüppchen zur Bar getigert um uns mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken versorgen zu lassen und die Welt war in Ordnung. Leider war nach zehn Tagen alles wieder vorbei. Keine abendlichen Ausflüge mehr an die traumhaften Steilküsten, kein Anblick mehr der wunderschönen Häuschen…wieder zurück ins regnerische Deutschland. Ganz ehrlich. Wenn es nach mir ginge, wäre ich da geblieben.

Nun noch ein paar Bildchen

Das blaue nackte Männchen da auf dem Bildchen…der hing bei uns in der Lobby…

Mitgebrachte Erfahrungen:

– keine Wespen – hier hat mich gestern erst so ein Scheißvieh in den Hals gestochen.
– Mückenstiche jucken nicht so – hier kriegt man von voll die Beulen
– Erkältung – da war ich fit, kaum komm ich wieder, macht mich die Klimaanlage im Flieger krank. Daraus schlussfolgere ich, dass hinfliegen ok, zurückkommen saudämlich ist
– Häuser – die weißen Fincas und Häuschen sind wirklich einmalig anzusehen. Sowas findet man hier nicht.
– das Meer – beruhigend, berauschend, eben Balsam für die Seele – und hier? Lassen wir das
– Siesta – joah, ich glaub die wurde eigens wegen mir erfunden um mir zu zeigen, wo ich eigentlich leben sollte 😀

Ach ja – und was nun den Stress betrifft. Ich werd mich nicht mehr verausgaben. Ich werde kein Überstunden mehr machen. Ich denke jetzt mal an mich. Genug an die andern gedacht – hol ich mir Mallorca eben her.

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23 Gedanken zu “Da und Hier”

  1. Schön geschildert. Da möchte ich gleich Feierabend machen und heim fahren 😉

    Also, nur um das mal zu relativieren. Wenn man hier lebt, ist das alles normaler. Nicht viel. Aber ein wenig 😉

    Blödsinn. Ich habe immer noch jedes Wochenende Urlaub, geniesse die Aussicht, das Meer und den Strand. 😀

    1. Ich werd sicher noch das eine oder andere schreiben…das war die Zusammenfassung…aber ich hab immer noch Fernweh…da gibts auch grüne Wiesen für Hasis 😉

  2. @AJ @Bunnyhoppel Das waren nicht nur Deutsche, auch Holländer, Russen und Franzosen, Italiener etc – also ein multikulturelles Verhalten. Ich fands unmöglich, zumal Spanien nicht grad ein reiches Land ist und wir da echt reichlich Speiseauswahl hatten. Wenn ich etwas nicht kenne lade ich mir den Teller nicht damit voll – ich probiere ein wenig und kann mir Nachschlag holen, wenns schmeckt. Krieg immer noch Hasskappe wenn ich drüber nachdenke…

  3. Ich bin mal von einer Ex nach Mallorca „geprügelt“ worden. Ich wollte traditionell keinen Urlaub machen und sie hat mir mit Sex-Entzug gedroht. :O
    Da habe ich mich halt zu Urlaub entschlossen… 😛
    Es gab aber nur Flüge nach Mallorca also mußten wir dahin. Heute bin ich froh, da gewesen zu sein. Eine fantastische Insel. Ich habe mir Palma und den Ballermann gespart, aber der Rest der Insel ist WESENTLICH besser als ihr Image.

    Sollte ich mal wieder Urlaub machen müßen, fahre ich wieder hin.
    Und dein Foto vom Pool… Du bist fies!!! 😀

    Ach so, die Busfahrt-Story… Sehr geil. :mrgreen:

    1. Das im Bus war eklig…die Fahrt dauerte so ne Stunde und nach 20 Minuten fing sie an…ich saß direkt daneben und jedesmal wenn ich sie ansah, sah ich das Frühstück in Häppchen auf ihrem Shirt 😉

      Mir hats auch ausgesprochen gut gefallen. Würde jederzeit zurückkehren…und am Liebsten da bleiben.

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