Trügerische Sicherheit…

…das Leben geht auf und ab…bei manchen sind es leicht hügelige Fahrten und weil sich meine Seele ja scheinbar die ultimative Herausforderung vor ihrer Schlüpfung in meinen Körper gesucht hat, „bevorzuge“ ich natürlich eher die Klippenstürze mit anschließendem ungesicherten Aufstieg an selbiger.

Die Freude darüber, dass ich eingestellt wurde ist aktuell etwas getrübt. Am Samstag durfte ich (erneut) erleben, wie skrupellos und böse Menschen sein können. Ich rede von Trickbetrügern und ich hatte das sehr einseitige „Vergnügen“ diesen an der Arbeit zum Opfer zu fallen. Die Kassendifferenz ist zwar Samstag schon aufgefallen, doch erst Montag konnte dann genau festgestellt werden, was passiert war. Nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass diese Betrüger auch andernorts erfolgreich waren mit einer ähnlichen Masche.

Ich bin den Job nicht los, auch wenn eine meiner Vorgesetzten das wohl gern gesehen hätte und sie mich sowohl gestern als auch heute gehörig in die Mangel genommen hat. Niemand der anderen Vorgesetzten macht mir einen Vorwurf oder gibt mir die Schuld, aber diese Eine macht keinen Hehl daraus. Naja. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mega perfektionistisch bin, mich lieber doppelt und dreifach absichere und immer die Kontrolle haben muss. Besagte Kollegin sieht meine Arbeitsweise als sehr locker an 😳 Aber eigentlich geht es auch nur am Rande darum, was die mir so anbackt. Es schmeckt mir nicht und mangels der Fähigkeit mich abgrenzen zu können und negatives ja mindestens Millionenmal so schwer wiegt und zählt wie Positives, gibt sie meiner Selbstabwertung recht, reicht aber bei weitem nicht an das heran, was mir mein Kopf so erzählt.

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, dass ich betrogen wurde. Ich weiß nicht wie ich es bewerten soll, dass es Menschen gibt die solche kriminellen Aktivitäten ausüben und natürlich fällt es mir nun noch schwerer, nicht alle Nicht-Einheimischen über einen Kamm zu scheren. Fakt bleibt jedoch, dass es derartige Vorkommnisse bisher noch nie in diesen Filialen gab, die von einem Deutschen ausgegangen sind. Ich bin voll von Schuldgefühlen und Angst. Es fällt mir schwer nicht meinem alten Muster nachzugeben und zu gehen, weil ich es nicht wert bin diesen Job zu haben. Ich versuche entgegengesetzt zu handeln, zu denken, Selbstfürsorge zu betreiben, doch es kostet mich sehr viel Kraft und die kontraproduktiven Kommentare machen es mir nicht leichter. Es ändert nichts ob man mich nun einmal oder hundertmal darauf hinweist. Das Geld kommt nicht zurück und ändern kann ich es dadurch auch nicht.

Ebenso schwer fällt es mir, nicht der Paranoia nachzugeben. Auch diese belastet mich doppelt. Zum einen hab ich natürlich das Gefühl, dass alle mich ansehen, mich anlächeln und insgeheim denken – boah die ist so blöd und fällt auf Trickbetrüger rein. Realistisch betrachtet wissen es nur die Vorgesetzten und drei Kollegen, der Rest weiß von dem Vorfall aber nicht wen es betroffen hat, wobei ich das natürlich nicht unterschreiben würde. Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch den uns äußerlich durch Hautfarbe und Sprache nicht ähnelnden Mitbürgern nun noch misstrauischer gegenüber und sehe in allen nur noch Diebe und Betrüger und das Böse. Zu guter letzt ist natürlich auch noch die Angst da. Schon vorher hatte ich, dank meines perfektionistischen Anspruchs an meine eigene Leistung immer ein wenig Angst vor dem neuen Arbeitstag und das evtl etwas am Vortag nicht gepasst haben könnte. Nun brenne ich quasi lichterloh und gehe mit Herzrasen und zittrigen Beinen und Händen zur Arbeit.

Niemand dort merkt mir an, was diese Erfahrung tatsächlich mit mir macht. Natürlich haben sie gemerkt dass ich niedergeschlagen bin und das Lächeln mir nicht unbedingt leicht fällt, aber auch das habe ich heute wieder geändert. Man sagt ich soll lächeln, also lächle ich und niemand blickt mehr hinter die Fassade, während dahinter ein Krieg tobt.

Ich denke es wird dauern und seine Zeit brauchen, bis ich mich davon erholt habe. Ich hoffe auch, dass ich die Ängste in den Griff bekomme und sie nicht gewinnen. Ich hoffe auch, dass mich die Albträume nicht mehr lange heimsuchen, denn schlechter Schlaf macht mich anfällig und ich will die Abwärtsspirale nicht…

Enttäuschend ist auch die Reaktion eines Menschen gewesen, der mich sehr lange kennt und weiß wie ich ticke, wobei sie schon immer mit meinen psychischen Belangen an ihre Grenzen stieß. Es ist eben achwer nachzuvollziehen, wie es sich anfühlt für mich und für jemanden der nicht betroffen ist.

Aber muss ich mir dann sagen lassen, dass mein mehr oder weniger täglicher Kampf um und im Leben, pure Energieverschwendung ist? Mag ja sein, dass der Kampf Energieverschwendung sein mag, aber würde ich diesen nicht ausfechten, wäre ich nicht mehr…

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5 Gedanken zu “Trügerische Sicherheit…”

  1. Puuuuh…

    Harter Stoff.

    Das Böse ist dem Guten meist einen kleinen Schritt voraus.
    Gegen solche Erfahrungen und Menschen ist man (fast) machtlos.
    Da hilft nur ein dicker Schutzpanzer.
    Die Kunst ist halt nur, den Schutzpanzer gerade noch so durchlässig zu halten, dass man der Welt und den guten Menschen gegenüber nicht abstumpft.
    Aber das geht!!
    Meistens halt. 😀
    Hör` nicht auf, positiv zu denken!

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